

Vielleicht sollte ich bei diesem Kapitel schnell darauf eingehen, daß der Titel keine politische Aussage beeinhaltet, vor allem keine, die meine persönliche Tendenz darstellt (braun ganz sicher nicht!) - es geht vielmehr um Dannens Augenfarbe. Ja, manchmal bin ich hintergründig. Hier ist es also, das vorletzte Kapitel von Falkenwinter. Und damit bleibt mir nicht mehr viel übrig, als auch noch eben den Schluß zu schreiben.
Meine große Liebe sind ja seit jeher, neben Wörtern und Büchern, Zahlen, manchmal sogar an erster Stelle. Aber seit ich mich beruflich mit ihnen beschäftige, mache ich nicht mehr dauernd lange Statistiken hier im Blog - zumindest müssen sie nicht mehr alles Vierteljahr sein. Trotzdem, hier ist ein kleines Stück Statistik, eingehüllt in Schokolade und Zuckerguß und was kleine Mädchen sonst noch gern haben, in Gestalt eines Schmetterlings. Ich habe ihn Anfang des Jahres eingerichtet, als ich davon ausging, daß Falkenwinter ungefähr 500 Seiten lang werden würde, und von dann an hat er mich mit seinem pastellfarbenen Flügelschlag begleitet. Bis gestern, denn da ist er ins Ziel geflattert und sogar ein Stückchen darüber hinaus.
Im gleichen Atemzug habe ich das zwölfte Kapitel zuende geschrieben, und nun bin ich wirklich auf der Zielgeraden angekommen. Sechs Tage bis zum Ende des Monats, zirka dreißig Seiten bis zum Ende des Buches: Das ist zu schaffen, und sogar gut, wenn ich so weiterarbeite wie jetzt. Von dem Gedanken, auch noch die Gauklerinsel bis dann fertigzuschreiben, muß ich mich wohl verabschieden und in die Verlängerung gehen, aber immerhin, ein Ziel ist schaffbar. Und das verdanken wir alles diesem kleinen rosa Schmetterling.
Manchmal kommt es vor, daß ich, obwohl ich sonst kontinuierlich schreibe, ein Kapitel nach hinten stelle, um ein anderes davorzuschieben. Zuletzt habe ich das in Schwanenkind getan, woran man sieht, daß es wirklich nur sehr selten vorkommt: Aber jetzt war es wieder soweit. Weil Mendrion nicht an Varyns Seite vor der Tür stehen kann, bevor er auf diese Seite übergelaufen ist, mußte die arme Hana mit ihrem Kapitel zwei Monate lang auf ihren Einsatz warten. Hier ist es nun.
Eigentlich sollte es ein stolzer Moment werden. Eigentlich. Das letzte Kapitel von Dämmervogel wird in Angriff genommen. Nicht, daß das Vorletzte schon fertig wäre, nein, aber ich kann ja mit dem Letzten trotzdem zumindest schon mal anfangen. Ich eröffnete also eine neue Datei in OpenOffice, nahm das Template Normmanuskript, trug die Eckdaten in die Kopfzeile ein und machte mich stolz an die Worte »Dreizehntes Kapitel«. Zumindest hatte ich das vor. Statt dessen schlug die OpenOffice-Wortergänzung zu.
Ja, es ist ein Varyn-Kapitel. Ja, Varyn hat ein Alkoholproblem. Aber woher weiß OpenOffice das? Wir hatten ja immer schon Spaß mit der OO-Rechtschreibkorrektur und den lustigen Vorschlägen, die sie immer wieder machte, aber dem habe ich jetzt einen Riegel vorgeschoben, da ich mir die Duden-Rechtschreibung geleistet habe. Irgendwann muß der Humor zurückstehen hinter dem Wunsch, weniger Fehler zu machen oder zumindest mehr von ihnen zu finden. Geht jetzt dafür der Spaß mit der OO-Wortergänzung los?
Ich kann mich nicht erinnern, das Wort »kaputttrinken« mehr als einmal verwendet zu haben, und an der Stelle in Dämmervogel, wo ich mich daran erinnerte, steht es nicht mal in der Form, sondern als erweiterter Infinitiv mit »zu«, wo nimmt OpenOffice das also her? Das Wort »Kapitel«, das ich eigentlich schreiben wollte, kommt hingegen dauernd vor, in jedem Kapitel mindestens einmal. Aber vielleicht kennt mich OpenOffice einfach nur zu gut, oder wenn nicht mich, dann Varyn. Darauf einen Wodka!
So groß waren meine Pläne für den Oktober: Weil ich im November wie in jedem Jahr am Nanowrimo teilnehmen will, was bedeutet, daß ich etwas völlig neues schreibe und meine anderen Projekte ruhen lasse, habe ich beschlossen, Falkenwinter noch im Oktober zuende zu schreiben. Und, wo ich gerade dabei bin, auch noch Die Gauklerinsel. Das bedeutet: Drei Kapitel Elomaran, sechseinhalb Kapitel Gaukler. Vielleicht etwas zu gewagt, und im Moment sieht es nicht aus, als ob ich beides noch schaffen kann. Falkenwinter liegt gut im Rennen, aber für das zweite Buch wird es vermutlich nicht mehr reichen. Und das ärgert mich.
Ich habe mehr als eine schlechte Eigenschaft, aber eine, die doch ziemlich häufig von anderen enttarnt wird, ist mein Futterneid. Vielleicht kommt das, weil ich so viele Geschwister habe und immer Angst haben mußte, daß die mir was wegessen, aber auch wenn ich das gar nicht will und es meinem Bestreben, ein paar Kilos loszuwerden, entgegenwirkt, achte ich doch immer sehr darauf, beim Essen nicht zu kurz zu kommen. Einem meiner Meerschweinchen ist sein Futterneid zum tödlichen Verhängnis geworden, weil es wohl Angst hatte, wenn es zu lang überlegt, ob dieser saftige Efeu genießbar ist, fressen ihm die anderen den weg - aber habe ich daraus gelernt? Nein. Ich achte immer noch mit Argusaugen darauf, daß ich auch wirklich das größte Stück vom Kuchen bekomme. Es ist lästig und garstig, aber so bin ich nun mal.
Es gibt ja manchmal Kapitel, da tue ich mich schwer, einen passenden Titel zu finden. Hier ist mit dem Zehnten Kapitel von Falkenwinter wieder so eins, diesmal, weil ich zwar einen optimalen Titel hatte - aber leider in der falschen Sprache. Which side are you on? - das wäre es gewesen, wie in dem guten alten Prostestsong. Leider gibt es von dem Lied zwar Übersetzungen, aber keine davon bringt es so schön knackig auf den Punkt als das englische Original, und der Wiedererkennungswert wäre dahin gewesen. Also, weg damit, weitersuchen. Durchgespielt habe ich dann noch Seitenweise, Die Qual der Wahl, Stunde der Entscheidung, und danach wurde es nur noch flacher und verriet zuviel. Also bin ich wieder aufs Volkliedgut ausgewichen und habe mich entschieden für Ein kleiner Leichenzug - wie im Schön ist ein Zylinderhut. Weswegen ich das jetzt als Ohrwurm habe.
Ein bißchen kürzer fällt er in diesem Jahr wohl aus, mein Bericht über meinen Besuch auf der Frankfurter Buchmesse, aber es war auch ein deutlich kürzerer Arbeitstag, dankenswerterweise: Weil an dem Wochenende die FilkContinental stattfand, die ich mir wie üblich nicht nehmen lassen wollte, schon weil ich dort einen Auftritt hatte, blieb mir nur einer der Fachbesuchertage, um meine Agenten zu treffen. Das ist etwas schwierig, denn an diesen Tagen treffen sich die Agenten sonst mit den Verlagen, und da will ich natürlich nicht zwischenfunken, es ist ja auch in meinem eigenen Interesse. Aber ich hatte Glück: Donnerstag um halb sechs - Abends! - war bei den Gröners noch ein Termin für mich frei.
Seit Januar 2006 habe ich die Statistiken und Besucherzahlen dieser Webseite mit Google Analytics ausgewertet. Ab sofort kommt diese Technik bei mir nicht mehr zum Einsatz; ich werde alle meine Webseiten auf Piwik umstellen und fange mit den Elomaran an. Beide Techniken, Google Analytics und Piwik, beobachten das Verhalten von Besuchern auf der Webseite - mit welchen Suchbegriffen sie kommen, welche Seiten sie sich ansehen, wie lang sie bleiben. Was ist also der Unterschied? Ist nicht das eine wie das andere, wenn es darum geht, Webseitenbesucher auszuspionieren?
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