

Gut drei Jahre ist es her, da ließ ich Alexander von Jurik aus dem Kerker schleifen, um mich danach Varyn zuzuwenden. Drei Jahre habe ich keine Szene mit meinem kleinen Engelchen geschrieben, und fast fürchte ich, daß es zu lange her ist, um nahtlos an alte Zeiten anknüpfen zu können. Dämmervogel ist immer noch nicht fertig, Falkenwinter immer noch nicht begonnen, aber es hilft nichts - wenn ich mich jetzt nicht schleunigst wieder um Halan und Anders kümmere, werden sich die beiden mir entfremden und mich nicht mehr kennen.
Ich will mal gemein sein:
Ich wollte nie eine Mörderin sein, und nie eine Mutter, und doch war ich beides, noch ehe mein zwanzigstes Jahr vorüberging...
Immer klarere Formen nimmt die Fortsetzung von Alexanders Geschichte an. Gegenwärtig habe ich eine Handlung im Kopf, die genau das ist, was ich immer schon mal schreiben wollte und gleichzeitig eine logische Fortsetzung von Engelsschatten und Schwanenkind. Sie hat nur einen kleinen Schönheitsfehler: Sie macht Varyn effektiv überflüssig.
Die letzte Woche hat mir wieder vor Augen gerufen, warum ich diese Geschichte eigentlich schreibe, und für wen. Am Wochenende habe ich meine Freundin Zoe getroffen, meine Mitbewohnerin aus sonnigen Kölner Tagen, und ich begriff, daß die Geschichte von Anfang an für sie war, und für Andrea, die dritte im Bunde. Zoe mochte immer Halan am liebsten, und plötzlich fiel mir auf, daß Halan auch einige Ähnlichkeit mit ihr hat, und ich mit Alexander - aber die Zeit läßt sich nicht zurückdrehen, und wir sind nicht mehr die, die wir damals waren. Ich hoffe, daß wir heute besser sind als damals. Wir hätten es verdient...
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