

An diesem Wochenende hatte ich das Vergnügen, ein Tintenzirketreffen zu besuchen. Der Tintenzirkel ein Fantasyautorenkreis, und für seine Gründung werde ich eines Tages unvergessen sein - und die Momente, in denen ich am stolzesten auf mich und den Zirkel bin, sind die, in denen die Autoren außerhalb des Internets im wahren Leben aufeinander treffen und merken, daß sie längst eine richtige Freundschaft verbindet. So also auch am Samstag und Sonntag. Es wurde gegessen, geredet - dazu werde ich später mehr schreiben - und vorgelesen. Zirkeltreffen sind die einzigen Gelegenheiten, zu denen der Tintenzirkel Textarbeit betreibt, im Forum selbst sind keine Leseproben zugelassen, und ich kann das auch begründen.
Jetzt werden alle lachen, und das zu Recht. Die Chroniken der Elomaran haben wieder ein Forum. Wieder einmal. Daß ich das letzte, mein süßes kleines SMF-Board, beim großen Tablula Rasa am 11. Februar gleich komplett gelöscht hatte, war ja eigentlich nur ein dummer Zufall, aber nicht weiter schlimm, denn effektiv war das Forum tot, und niemand außer mir ging dort jemals ein und aus. Das Abschalten war nur ein logischer und notwendiger Schluß.
Ich freue mich ja nicht nur über jeden, der das Buch kauft - mehr noch freue ich mich über jeden, der das Buch liest. Und noch viel viel mehr freue ich mich dann über jeden, der sich nach erfolgreicher Lektüre bei mir meldet und mir Feedback zukommen läßt. Gestern habe ich ein Musterbeispiel solcher Rückmeldung bekommen, das ich niemandem vorenthalten möchte - und freundlicherweise hat mir die Verfasserin auch gestattet, daß ich es hier im Blog zitiere. Immerhin teilt sie mein Schicksal - Sophie Hollmann ist Autorin wie ich, unveröffentlichter als ich, und wenn es für sie einmal so weit ist, daß sie mit ihren Werken das Internet, den Markt oder Lulu.com stürmt, wollen wir ihr wünschen, daß sie dann ebenso meldefleißige Leser bekommt wie ich in ihr gewonnen habe.
Während ich das dreizehnte Kapitel von Dämmervogel immer noch nicht fertig habe - inzwischen hat es auch schon gut die Länge von zwei ausgewachsenen Kapiteln erreicht, und es wird episch und das Schlüsselkapitel schlechthin - habe ich heute eine andere großartige Entdeckung gemacht: Ich habe einen Leser. Mal wieder. Aber diesmal ist es nicht irgendein Leser, und es geht nicht um irgendein Exemplar des Buches:
Endlich bin ich in der Welt der Vollautoren angekommen: Ich habe meine erste Rezension zu Engelsschatten erhalten. Es ist nichts großartiges, nur die ausführliche Kritik eines Lesers im Lulu-Onlinestore - und ich sollte mich wohl besser freuen, daß sie nicht in einer der großen Publikumszeitschriften veröffentlicht wurde, denn ich sage mal: Begeistert ist anders.Engelsschatten fängt verwirrend an und hört verwirrend auf. (...)
Ich hatte den Eindruck, dass die Autorin dabei sehr hohe Anforderungen an ihre Leser stellt: an ihre Geduld, an ihr Verständnis und an ihr Durchhaltevermögen. (...)
Nicht nur die Charaktere sind fremdartig, auch die Handlung ist seltsam: Im Verlaufe der Geschichte wird Rätsel um Rätsel angehäuft und am Schluss wird kaum eins davon gelöst. (...)
Was das Handwerkliche anbelangt, so würde ein Lektorat dem Roman sicher gut tun. Viel zu viele Rechtschreibefehler und Logikbrüche stören ein flüssiges Lesen.
Ein verwirrender Roman, der den Leser in eine fremdartige Welt blicken lässt.
Ja, das gebe ich gerne bekannt: Mit sofortiger Wirkung gibt es keinen Elomaran-Zyklus mehr. Ich habe meinen Zyklus heute zu Grabe getragen. Nie wieder werden sich Menschen auf meine Seite verirren, die Informationen suchen über den Weiblichen Zyklus...
Also gut, das dritte/fünfte Buch wird sicher nicht Seelenblut heißen. Das ist ein bescheuerter Titel. Und ich werde auch nicht alle Hauptfiguren darin umbringen. Und natürlich ist es noch Jahre hin, bis ich es schreibe. Aber im Telefonat mit Monica hatte ich heute eine großartige Idee: Ich werde meine Leser in Zukunft stärker in die Entwicklung des Plots einbinden. Einen wahrhaft interaktiven Romanzyklus hinlegen. Wie das? Ganz einfach.
Ich kann einfach nicht mehr. Gestern mußte ich mich von einem Bekannten fragen lassen »Warum schreibst du nicht mal was, das die Leute lesen wollen?«. Das hat mir den Rest gegeben.
Es gibt doch noch schöne Momente im Leben. Heute war es die Google Blogsuche, die mich glücklich gemacht hat. Mein Suchstichwort war, wie so oft, Elomaran. Und diesmal wurde ich fündig, tatsächlich, in einem Blog, daß nicht ich selbst geschrieben habe: Nämlich in Kerimayas Livejournal, hier: http://kerimaya.livejournal.com/31076.htmlNoch ein letzter Kontrollgang ins Zimmer. Ist auch nichts liegengeblieben? Plötzlich ist es so warm. Die Heizung bullert. Das ganze Wochenende über war sie kalt, kalt, kalt. Nun fahren wir ab, und sie schmeißen die Heizung an. Ein Unding.
Ich soll mich bei Sib melden, Sib fährt zum Bahnhof. Sage allen, die noch da sind, Lebwohl. Heulend, diesmal nicht vor Rührung. Erstaunlich, daß ich nach dieser Con noch Tränen übrighabe! Aber dann die Überraschung: Ich bin doch nicht die einzige, die nach Siegen muß. Da ist noch Kerimaya. Wer ist das? Die ganze Con über ist sie mir nicht aufgefallen. Kunststück, ist auch erst gestern gekommen. Aber egal. Wir haben die gleiche Strecke, von Siegen aus weiter, quer durchs Ruhrgebiet. Und unterhalten uns glänzend. Sie schreibt auch. Am Ende habe ich ihre Emailadresse, sie hat meine nicht, also bin ich dran mit Schreiben …
Ich habe heute - eigentlich gestern, Mitternacht ist vorbei - sechs Seiten des sechsten Kapitels abgetippt und bin guter Hoffnung, es wirklich noch in diesem April auf die Seite zu laden. Und bin etwas betrübt, daß ich am Ersten April nicht rechtzeitig die Idee hatte, eine völlig abstruse Plotwendung in dieses Blog zu schreiben und so meine Leser völlig in die Irre zu führen, weil sie es für einen Aprilscherz halten, obwohl es doch die Wahrheit ist...
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