

Ich will ja eigentlich nichts über die Marktchancen der Elomaran schreiben. Das ist eine Sache, die ich nicht in der Hand habe - ich könnte wiederholen, was meine Agenten zu dem Thema sagen, aber das will ich nicht, abgesehen davon, daß ich keine Interna ausplaudern darf. Aus dem gleichen Grund schreibe ich auch nichts über die Verlagsreaktionen, die es bislang gab - sie haben mich erfreut, aber jetzt ins Detail zu gehen, bringt bestimmt Unglück. Wenn es etwas wirklich offiziell Positives zu berichten gibt, werde ich das erzählen, versprochen.
Wie ein braver Geek lese ich meine C’t und habe sie auch im Abonnement. Ich lese (und verstehe) nicht alles, schließlich bin ich Autodidakt und Quereinsteiger in elektronischen Dingen, aber etwas mehr als die Spielerezensionen lese ich normalerweise doch schon. Aber es war eine Spielvorstellung, die mich heute dazu gebracht hat, zu schäumen und in den Teppich zu beißen. Unter der Überschrift Flugscharen mit Schwertern geht es um das neue Onlinespiel Aion. Dieses Spiel interessiert mich schon seit ein paar Monaten, seit ich bei meiner Freundin Monica - die, anders als ich, Onlinespiele wie World of Warcraft oder Herr der Ringe Online spielt - eine Vorschau in einem Magazin gesehen habe. Schließlich geht es bei Aion um Engel. Und womit kann man mein Herz gewinnen? Klar, mit Engeln. Also habe ich mich auf die Besprechung gestürzt, mit dem Hintergedanken, daß die Welt der Onlinespiele mir vielleicht doch nicht für immer verschlossen bleiben sollte…… schließlich ließen sie die ganze Welt auseinanderbrechen. Einigen der Bewohner gelang es, sich zu retten. Sie flüchteten auf die Innenseiten der entstandenen Halbkugeln, die voneinander durch den “Abyss” getrennt werden […] Auf der unteren Halbkugel, die stets ins Sonnenlicht getaucht ist, leben die Elyos, die sich durch besondere Eleganz und Schönheit auszeichnen. Die obere Welthälfte, die das Sonnenlicht niemals sieht, ist die Heimat der Asmodier …
aus: C’t 22/09, S. 204
Heute war ich zum ersten Mal seit langem wieder draußen unterwegs - zum Engel gucken. Das heißt, ich war auf dem Friedhof, um mir Inspiration zu holen und Fotos zu machen. Ich fotographiere unheimlich gerne auf Friedhöfen, zum einen, weil die Ziele da schön stillhalten und nicht wackeln, während man die Kamera optimal ausrichtet, und zum anderen, weil ich einfach Friedhöfe unheimlich gerne mag. Ich habe Friedhofsengel erst belacht, dann bewundert, lange bevor ich angefangen habe, an den Elomaran zu schreiben - anfangs war das so ein Triumph, am Leben zu sein, während dort all die steinreichen Leute zwar einen Engel mit vier Meter hoher Stele auf ihrem Grab stehen haben, aber dafür tot sind. Der Schönheit dieser ganz besonderen Kunstform, der kühlen Ästhetik konnte ich mich aber von Anfang an nicht entziehen. Mit vierzehn habe ich angefangen, Engel auf Friedhöfen zu fotographieren und damit das Fundament für die Chroniken der Elomaran zu legen.
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