

Und so geschah es im November 2010, dass mir so die Lust auf meine Engel verging, dass ich noch nicht einmal mehr das finale Kapitel von Falkenwinter, wiewohl gut gelungen und fertig, auf die Webseite hochladen mochte. Warum, das kann ich heute nicht mehr sagen, ob mir kein Titel eingefallen war oder ich mir keine passende Zusammenfassung aus den Fingern saugen konnte, aber es blieb liegen, und liegen, und liegen. Jetzt, wo die Arbeiten wieder vorangehen, habe ich also endlich das vierte Buch abgeschlossen, und ehe ich mich ganz auf die Arbeit an Zornesbraut stürze, muss ich doch zuerst mit den Altlasten abschließen.
Vielleicht sollte ich bei diesem Kapitel schnell darauf eingehen, daß der Titel keine politische Aussage beeinhaltet, vor allem keine, die meine persönliche Tendenz darstellt (braun ganz sicher nicht!) - es geht vielmehr um Dannens Augenfarbe. Ja, manchmal bin ich hintergründig. Hier ist es also, das vorletzte Kapitel von Falkenwinter. Und damit bleibt mir nicht mehr viel übrig, als auch noch eben den Schluß zu schreiben.
Manchmal kommt es vor, daß ich, obwohl ich sonst kontinuierlich schreibe, ein Kapitel nach hinten stelle, um ein anderes davorzuschieben. Zuletzt habe ich das in Schwanenkind getan, woran man sieht, daß es wirklich nur sehr selten vorkommt: Aber jetzt war es wieder soweit. Weil Mendrion nicht an Varyns Seite vor der Tür stehen kann, bevor er auf diese Seite übergelaufen ist, mußte die arme Hana mit ihrem Kapitel zwei Monate lang auf ihren Einsatz warten. Hier ist es nun.
Es gibt ja manchmal Kapitel, da tue ich mich schwer, einen passenden Titel zu finden. Hier ist mit dem Zehnten Kapitel von Falkenwinter wieder so eins, diesmal, weil ich zwar einen optimalen Titel hatte - aber leider in der falschen Sprache. Which side are you on? - das wäre es gewesen, wie in dem guten alten Prostestsong. Leider gibt es von dem Lied zwar Übersetzungen, aber keine davon bringt es so schön knackig auf den Punkt als das englische Original, und der Wiedererkennungswert wäre dahin gewesen. Also, weg damit, weitersuchen. Durchgespielt habe ich dann noch Seitenweise, Die Qual der Wahl, Stunde der Entscheidung, und danach wurde es nur noch flacher und verriet zuviel. Also bin ich wieder aufs Volkliedgut ausgewichen und habe mich entschieden für Ein kleiner Leichenzug - wie im Schön ist ein Zylinderhut. Weswegen ich das jetzt als Ohrwurm habe.
Wo ich gerade dabei war, oder vielleicht auch, um mich vor dem Schreiben selbst zu drücken, habe ich jetzt auch das neunte Kapitel von Falkenwinter webtauglich aufzuarbeiten. Dann muß ich zumindest vor meinen Lesern kein schlechtes Gewissen mehr haben, ihnen fertige Kapitel vorenthalten zu haben. Gerade, wenn es so ein dramatisches Schlüsselkapitel ist wie dieses - Schlüsselkapitel, wann hatten wir das zuletzt? Irgendwie gibt es gerade ziemlich viele davon… - und der gestern angekündigte Prophezeiungshammer mit aller Macht zuschlägt. ES gibt Engel über Engel, bedeutungsschwere Träume und einen Varyn, der wieder einmal das tut, was er am besten kann: Mit sich selbst hadern.
Hier ist es nun, das Kapitel, daß sich auf dem Weg nach Online verlaufen hat. Es ist symptomatisch für den Durchhänger, den ich im Frühling nach einer Überdosis Falkenwinter erlitten habe, und während ich mit Feuereifer am Gefälschten Siegel geschrieben habe, blieb es zu Dreivierteln fertige Kapitel liegen. Trotzdem, fertig ist es jetzt doch schon seit Juni, aber irgendwie ist es nie zum Hochladen gekommen - ich war nicht so recht zufrieden damit, und als ich es mir jetzt noch einmal angesehen habe, muß ich leider sagen, zu Recht. Unter anderem hatte ich es geschafft, die Generäle durcheinanderzuwerfen, dabei sollten sie inzwischen doch mehr sein als nur ein Haufen Männer, für dich ich mir spontan Namen aus den Fingern saugen mußte. Jetzt verhalten sie sich zumindest wieder, wie es ihrem Charakter entsprechen sollte, aber es gibt mir doch zu denken. Ich sollte meine Figuren kennen, auch ohne dabei auf die Charakterkarten zu spinxen. Und General Davor werde ich demnächst wohl umbenennen, er hat so rein gar keine Ähnlichkeit mit dem bosnischen Sänger Davor Ebner, dem ich erst den Namen und dann, für das Siegel, das Gesicht gestohlen habe.
Eigentlich ist dieses Kapitel schon seit ein paar Tagen fertig, aber irgendwie habe ich es nie geschafft, es fertigzumachen und auf die Webseite hochzuladen - für wen auch, dachte ich, liest ja sowieso keiner… Aber dann bekam ich heute eine Mail von einer Leserin, einer echten Leserin, die auch die letzten Kapitel von Falkenwinter, die in den letzten Wochen entstanden sind, gelesen hat. Sie war nach meiner Ankündigung, die Elomaran eine Weile ruhen zu lassen, beunruhigt, und hat mich damit zutiefst gerührt. Denn so gut ich im Moment auch mit meiner Arbeit am Gefälschten Siegel vorankomme - dazu später mehr - werde ich doch in der nächsten Woche oder so zu Falkenwinter zurückkehren. Schließlich habe ich eine selbstgesetzte Deadline zu halten.
Ich habe es ja schon im letzten Eintrag angedeutet: Die Arbeit an den Chroniken der Elomaran fühlt sich im Moment sehr nach Arbeit an, aber ich werfe nicht die Flinte ins Korn, sondern kämpfe mich mit dem Kopf voran durch diese Durststrecke. Und so habe ich nun das nächste Kapitel fertiggestellt, das dritte, seit Christoph mit mir den Plot durchgeplant hat, und von der damals erstellten Liste habe ich inzwischen die Hälfte abgearbeitet. Das bedeutet, ich bin an einer Stelle in Falkenwinter angekommen, von der ich gedacht habe, sie würde irgendwo am Anfang stattfinden (ursprünglich hatte ich sogar mal geplant, das noch in Dämmervogel reinzunehmen, aber das machte keinen Sinn), statt dessen aber gut die Mitte des Buches darstellt. Ich bin noch nicht ganz sicher, aber ich glaube, das Buch ist jetzt halb fertig, ebenso wie die Zeit zwischen Jahresbeginn und Sommer jetzt gut halb rum ist.
Ich kann nicht behaupten, daß ich mich nicht auf dieses Kapitel gefreut habe. Es enthält die allererste Szene, die mir überhaupt für Falkenwinter eingefallen ist, und natürlich handelt es sich dabei um eine Schlüsselszene, vielleicht die wichtigste des ganzen Buches. Seit mindestens fünf Jahren hatte ich sie im Kopf und wollte sie endlich loswerden. Dazu noch ein Wiedersehen mit Gaven, der immer besonderen Spaß macht und die Schreiberei einfach… Wie es statt dessen abgelaufen ist, habe ich im letzten Blogeintrag geschildert, und besser geworden ist es danach nicht. Nun kann ich aber endlich vermelden, daß ich das fünfte Kapitel fertig habe.
Während ich jetzt schon die dritte Woche in Folge das Bett hüte, kann ich noch nicht einmal eine gefährliche Seuche oder zumindest die Lungenpest vorweisen, sondern nur eine hartnäckige Bronchitis, die ich mir - nach dem Motto »Ach, ich muß ja nur den halben Tag arbeiten, das packe ich schon« übel verschleppt habe. Es soll mir eine Lehre sein, meine Gesundheit ernst zu nehmen. So aber pflege ich mein Fieber mit Kamillentee und schlafe die Hälfte der Zeit. Zum Schreiben komme ich zwischendurch, ohne auch nur das Bett verlassen zu müssen, trotzdem hat es jetzt etwas länger gedauert, bis das vierte Kapitel fertiggeworden ist. Das nächste vierte Kapitel, heißt das. Das aus Falkenwinter.
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