

Eigentlich ist dieses Kapitel schon seit ein paar Tagen fertig, aber irgendwie habe ich es nie geschafft, es fertigzumachen und auf die Webseite hochzuladen - für wen auch, dachte ich, liest ja sowieso keiner… Aber dann bekam ich heute eine Mail von einer Leserin, einer echten Leserin, die auch die letzten Kapitel von Falkenwinter, die in den letzten Wochen entstanden sind, gelesen hat. Sie war nach meiner Ankündigung, die Elomaran eine Weile ruhen zu lassen, beunruhigt, und hat mich damit zutiefst gerührt. Denn so gut ich im Moment auch mit meiner Arbeit am Gefälschten Siegel vorankomme - dazu später mehr - werde ich doch in der nächsten Woche oder so zu Falkenwinter zurückkehren. Schließlich habe ich eine selbstgesetzte Deadline zu halten.
Ich habe es ja schon im letzten Eintrag angedeutet: Die Arbeit an den Chroniken der Elomaran fühlt sich im Moment sehr nach Arbeit an, aber ich werfe nicht die Flinte ins Korn, sondern kämpfe mich mit dem Kopf voran durch diese Durststrecke. Und so habe ich nun das nächste Kapitel fertiggestellt, das dritte, seit Christoph mit mir den Plot durchgeplant hat, und von der damals erstellten Liste habe ich inzwischen die Hälfte abgearbeitet. Das bedeutet, ich bin an einer Stelle in Falkenwinter angekommen, von der ich gedacht habe, sie würde irgendwo am Anfang stattfinden (ursprünglich hatte ich sogar mal geplant, das noch in Dämmervogel reinzunehmen, aber das machte keinen Sinn), statt dessen aber gut die Mitte des Buches darstellt. Ich bin noch nicht ganz sicher, aber ich glaube, das Buch ist jetzt halb fertig, ebenso wie die Zeit zwischen Jahresbeginn und Sommer jetzt gut halb rum ist.
Ich kann nicht behaupten, daß ich mich nicht auf dieses Kapitel gefreut habe. Es enthält die allererste Szene, die mir überhaupt für Falkenwinter eingefallen ist, und natürlich handelt es sich dabei um eine Schlüsselszene, vielleicht die wichtigste des ganzen Buches. Seit mindestens fünf Jahren hatte ich sie im Kopf und wollte sie endlich loswerden. Dazu noch ein Wiedersehen mit Gaven, der immer besonderen Spaß macht und die Schreiberei einfach… Wie es statt dessen abgelaufen ist, habe ich im letzten Blogeintrag geschildert, und besser geworden ist es danach nicht. Nun kann ich aber endlich vermelden, daß ich das fünfte Kapitel fertig habe.
Während ich jetzt schon die dritte Woche in Folge das Bett hüte, kann ich noch nicht einmal eine gefährliche Seuche oder zumindest die Lungenpest vorweisen, sondern nur eine hartnäckige Bronchitis, die ich mir - nach dem Motto »Ach, ich muß ja nur den halben Tag arbeiten, das packe ich schon« übel verschleppt habe. Es soll mir eine Lehre sein, meine Gesundheit ernst zu nehmen. So aber pflege ich mein Fieber mit Kamillentee und schlafe die Hälfte der Zeit. Zum Schreiben komme ich zwischendurch, ohne auch nur das Bett verlassen zu müssen, trotzdem hat es jetzt etwas länger gedauert, bis das vierte Kapitel fertiggeworden ist. Das nächste vierte Kapitel, heißt das. Das aus Falkenwinter.
Nachdem ich in den vergangen drei Wochen das erste, zweite und dritte Kapitel von Falkenwinter geschrieben und hochgeladen habe, präsentiere ich euch jetzt das vierte Kapitel. Von Zornesbraut. Wie bereits angekündigt, habe ich eine Durststrecke im Vierten Buch mit Arbeit am Fünften ausgeglichen, mit dem Ergebnis, daß jetzt Zornesbraut wieder ein paar Seiten weiter vorne liegt. Das wird sich aber schnell ändern, denn schon geht es mit Varyn weiter, während ich für Alexander erst den Plot noch gründlich auseinandersortien muß, ich weiß nämlich nicht, was nach diesem Kapitel jetzt als nächstes kommt. Da ich aber gerade wieder das Bett hüten muß - und nachdem ich fast den ganzen Tag geschlafen habe, ausgerechnet jetzt wieder munter werde… - komme ich bestimmt noch dazu, mir ganz viele Gedanken zu machen.
Kein neuer Geschwindigkeitsrekord diesmal, aber ich denke nicht, daß ich mich entschuldigen muß, wenn ich für ein Kapitel nicht sieben, sondern neun Tage gebraucht habe. Vor allem, wenn das neue Kapitel nochmal zehn Seiten länger ist als das alte. Nur einen Titel mußte ich mir kurzfristig aus den Rippen leihern; in Anbetracht, daß ich im erweiterten Rheinland lebe und meine Heimatstadt sich für eine Karnevalshochburg hält, habe ich mich für »Der schönste Tag des Lebens« entschieden - die Anspielung muß niemand verstehen, der nicht den legendären Sketch »Dreigestirn-Schulung« aus der Kölner Stunksitzung kennt. Wertneutral hätte ich ihn auch »Der schönste Tag der Leber« nennen können - und auch wenn das jetzt wieder gut zu Karneval paßt, bezieht es sich diesmal auf den armen Dannen. Und der erlebt mit seiner Hochzeit mitnichten einen schönen Tag. Wie auch - er ist schließlich Dannen!
Ich muß mal die Annalen wälzen, um herauszufinden, wann ich zuletzt ein Kapitel mit dieser Geschwindigkeit geschrieben habe. Zwischen der ersten und der letzten von insgesamt 35 Seiten liegen ganze sechs Tage: Ein Triumph des T12, des von mir für den Tintenzirkel eingeführte Großkampfschreiben, bei dem ich mir das Ziel gesetzt habe, in diesem Jahr 400.000 Wörter zu schreiben, das sind geschätzt gut anderthalbtausend Seiten, und dabei Falkenwinter und Zornesbraut fertigzustellen. Zumindest was den Monat Januar angeht, habe ich mein Ziel erreicht, angefangen damit, daß endlich wieder Bewegung in die Chroniken gekommen ist. Und an Falkenwinter habe ich in diesem Jahr schon mehr geschrieben als im ganzen letzten. So soll es weitergehen.
Nur drei Tage, nachdem ich verkündet habe, die Geschichte jetzt direkt am PC zu schreiben und nicht mehr per Hand in geheiligte Collegeblöcke, trägt der gute Vorsatz schon die ersten Früchte. Jeder der drei Tage war erfolgreich, und insgesamt sind so achtzehn Seiten zusammengekommen (wobei Seite in diesem Fall eine Normseite von dreißig Zeilen à 60 Anschlägen bedeutet und auch zukünftig nur noch in dieser Bedeutung verwendet werden soll), mit denen ich endlich das erste Kapitel von Falkenwinter fertiggeschrieben habe.
Mit leichter Verspätung gebe ich bekannt, daß das dritte Kapitel von Zornesbraut fertig und online ist. Es ist ein Alexander-Kapitel, in dem Halan keinen einzigen Auftritt hat, weswegen Alexander sehr viel Zeit damit verbringt, Monologe zu halten. Wer diese Mischung aus Lebensüberdruß und Weltschmerz mag, wird das Kapitel lieben - alle anderen werden es vermutlich zu lang finden. Da hilft dann auch nicht die dramatisch-blutrünstige Kampfszene, für die ich mit echten Messern hantiert habe, und ein oder zwei nette Dialoge - dieses Kapitel bietet die Quintessenz der Einsamkeit. Und wunderschöne Traumsequenzen. Ich bin doch einigermaßen stolz drauf.
Was lange währt, wird viel zu lang - unter dieses Motto kann ich das zweite Kapitel von Zornesbraut stellen. Im Sommer 2007 habe ich mit der Arbeit daran angefangen, und von mir aus hätte ich auch anderthalb Jahre daran arbeiten können, ohne daß es gleich 47 Seiten lang werden mußte… Aber offenbar mußte es das. Stellt mir jeden Längenrekord, den die Chroniken bislang hatten, in den Schatten, und ich bin nicht stolz darauf, weil es das Kapitel nicht wert ist. Soviel passiert darin gar nicht, aber es wurde immer länger und länger, und länger, und als ich versuchte, es beim Abtippen zu kürzen, wurde es statt dessen nochmal länger… Ich verstehe es nicht. Wo kommen all die vielen Wörter her?
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