

Es hat sich langsam angelassen. Drei lange Jahre war es her, seit ich Alexander zurückgelassen hatte, beschützt von Jurik und Halan, begleitet von Ember, auf dem Weg in eine ungewisse Zukunft. Einen kleinen Gastauftritt im Prolog von Zornesbraut will ich nicht mitzählen, denn da ist er ein Kleinkind und tritt, wie Halan, nur am Rande auf. Aber nun habe ich das Erste Kapitel dieses neuen Buches geschrieben, und nach drei Jahren gestaltete sich die Annäherung zwischen mir und Anders nur zögerlich.
Manchmal dauert es lange, bis ein Autor etwas wichtiges mitteilen kann. Und manchmal sehr lange. In meinem Fall ist es fast sechs Jahre her, daß ich plötzlich begriff, was hinter Varyns Name steckt, und Feuer und Flamme war und mich auf den Moment freute, wo ich dies dem Leser offenbaren konnte. Ja, das muß wohlplatziert sein. Nichts überstürzen. Wichtige Sachen müssen gut präsentiert werden und nicht mit dem Holzhammer daherkommen. Sechs lange Jahre…
Diesmal gibt es keine traurigen Anekdoten zur Veröffentlichung des neuen Kapitels - nur nackten, kalten Text.Es wird viel, sehr viel sogar, geredet. Es geht um Männer mit Bärten, und darüber hinaus werden hier endlich die Fäden zusammengebracht - nein, nicht Alexanders und Varyns, so weit ist es noch lange nicht, das geschieht frühestens in Zornesbraut - aber zumindest Dannens und Varyns. Oder, genauer gesagt, Dannens und Mendrions. Damit kann ich voll Stolz vermelden, daß ich mit Dämmervogel voll im Plan liege und bereits mit den Vorbereitungen für die Veröffentlichung begonnen habe, die im Spätsommer oder Frühherbst statt finden soll - und bis dahin wird das Buch dann wohl auch fertig sein. Da ich außerdem mit dem Schattenstein, dem Fleißwerk des vergangenen Winters, den Rowohlt-Wettbewerb nicht gewonnen habe, wird es auch von diesem Buch bald eine handliche Druck-auf-Kommando-Ausgabe geben. Näheres dazu bald mehr an dieser Stelle.
Oh, was für eine niederschmetternde, scheußliche Arbeit: Text abtippen, den man schon mal früher abgetippt hat. Nur weil man dumm genug war, elf Seiten markierten Text zu überschreiben - und dann zu speichern! - statt die Markierung wieder zu entfernen. So demotiviert war ich zuletzt in der zehnten Klasse, als ich während des Matheunterrichts einen Krimi schrieb. Doppelt Gemordet Hält Besser. In eine kleine schwarze Kladde. Sehr stylisch, und weil es so eine kleine Kladde war - nicht mehr als DIN A6, möchte ich meinen - hatte ich auch schon stolze 60 Seiten Text zusammen. Nicht alles aus einer einzigen Mathestunde, natürlich: Das Ergebnis mehrerer fleißiger Wochen. Bis mein Mathelehrer auf mich aufmerksam wurde. Und mir die Kladde wegnahm. Soweit alles ja noch pädagogisch vertretbar: Welcher Lehrer will schon, daß seine Schülerin unter der Bank Kriminalromane liest, geschweige denn schreibt? Obwohl meine mündliche und schriftliche Leistung nichts zu wünschen übrig ließ, von mangelnder Hausaufgabenmoral einmal abgesehen, aber die gehören ja auch nicht zu dem, was man während der Stunde unter der Bank machen sollte. Doch Lehrer S. ging noch weiter: Er riß die letzten acht Seiten, die ich geschrieben hatte, aus der Kladde. Und weil diese kleinen Chinakladden fadengeheftet sind, verabschiedeten sich auch noch acht weitere Seiten aus dem bereits geschriebenen Teil. Dann gab er mir das Ganze zurück.
Fertig ist es und hochgeladen, das Kapitel, das den Geschwindigkeitsrekor der letzten sechs Jahre gebrochen hat und innerhalb von zwei Wochen fertig war. Aber einen neuen Newsletter werde ich heute immer noch nicht rausschicken, der kommt erst am 11. Februar, und wenn die Musen mir gnädig sein sollten, vielleicht sogar mit einem Hatrick: Das nächste Kapitel ist bereits in Arbeit und soll nicht viel länger dauern als dieses hier. Wie sonst will ich bis zum Sommer eine Buchausgabe des fertigen Dämmervogel veröffentlichen können? Ich habe eine Aufstellung gemacht, wieviel noch fehlt, und komme auf sechs Kapitel einschließlich dem, das schon stolze fünf Seiten lang ist. Also alles machbar. Kein Problem, wenn es so weitergeht wie im Moment, und warum sollte es nicht?
Ja, das Pißnelkenkapitel ist nicht nur endlich fertig, es ist auch schon abgetippt und online! Einen Newsletter gibt das erstmal nicht, weil der letzte erst in der vergangenen Woche rausgegangen ist und ich wirklich nicht in die Kategorie »Spamschleuder« fallen will - ich denke mal, das ich das Neunte Kapitel bis Februar fertig habe, und dann kann ich den Newsletter am 11. Februar, dem siebten Geburtstag der Elomaran, verschicken. So lange schon dabei und so wenig fertige Bände - ich fühle mich alt. Aber immerhin - seit Anfang dieses Jahres fluppt es wirklich, ich komme gut voran und bin hoffnungsvoll, zumindest Dämmervogel in diesem Jahr (noch im Sommer, wenn alles glatt geht) fertigzubekommen. Es dann gleich bei Lulu zu veröffentlichen, ist ein neuer Anreiz. Und während ich fröhlich an einem Kapitel arbeite, in dem sich Varyn mal nicht dem Wahnsinn ergibt, ist hier noch einmal mein geliebter Dannen:
Nur die schnelle Meldung, daß ich gut mit dem Abtippen voran komme und das lange fertiggestellte Siebte Kapitel von Dämmervogel nun endlich online ist. Die Entstehungsgeschichte war ja hier im Blog zu verfolgen, darum bleibt mir nun nicht mehr wirklich viel übrig, als stolz hier den Link zu posten:
Ich will mal gemein sein:
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